15. März 2016

Geschichten statt Zahlen – mit Storytelling in die Köpfe des Publikums

Wochenlang hatte sich Jakob auf seinen Vortrag für die Konferenz vorbereitet, präzise Diagramme erstellt und alle seine Zahlen auswendig gelernt. Zunächst war Jakob zufrieden mit dem Ablauf seiner Präsentation, aber am nächsten Tag musste er in Gesprächen mit seinen Zuhörern entsetzt feststellen, dass sein Publikum sich kaum noch an das erinnerte, was er in mühsamer Arbeit und mit großem technischem Aufwand dargestellt hatte. Dagegen wusste jeder noch die winzigsten Details der von ihm geschilderten Anekdote von seinem Unfall mit dem Kaffeeautomaten in der Lobby. Alle sprachen ihn auf die braune, heiß dampfende Fontäne an, die sein strahlend weißes Hemd in ein nach Kaffee riechendes Batik-Experiment verwandelt und ihn kurz vor dem Vortrag zu einem Sprint auf sein Hotelzimmer gezwungen hatte.

Hätte Jakob sein Modell zur explosiven Steigerung der Dividendenausschüttung statt mit Diagrammen anhand der Kaffeefontäne aus dem Automaten erklärt, wäre bei den Teilnehmern der Konferenz sicherlich mehr hängen geblieben.

Wenn wir Geschichten erzählt bekommen, laufen in unseren Gehirnen wesentlich komplexere Prozesse ab und sind mehr Gehirnregionen beteiligt, als wenn uns lediglich Zahlen oder Fakten vorgelegt werden. Beim Hören oder Lesen von Geschichten wird nicht nur das Sprachzentrum des Gehirns angeregt, sondern auch die Bereiche des Gehirns, die beim Erleben eben dieser Ereignisse aktiviert werden. So spielen beim Erfahren, Erinnern und Vorstellen von Erlebnissen beispielsweise das motorische und sensorische Gedächtnis eine Rolle. Durch die Verknüpfung verschiedener Sinneswahrnehmungen und Gehirnaktivitäten werden Emotionen ausgelöst. Dadurch können wir Geschichten besser folgen und sie leichter in unserem Gedächtnis abspeichern.

Ein anderer Aspekt ist, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne heutzutage laut Statistiken durchschnittlich nur acht Sekunden beträgt – das ist übrigens weniger als die Konzentrationsdauer eines Goldfisches, die bei neun Sekunden liegt. Es stellt für Redner also eine große Herausforderung dar, diese kurze Zeitspanne so zu nutzen, dass sie es dabei schaffen, die Aufmerksamkeit ihres Publikums zu gewinnen und zu halten.

Merken Sie sich: Ihre Zuhörer behalten Inhalte fast ausschließlich, wenn sie dazu einen Bezug herstellen können und zum Nachvollziehen angeregt werden. Falls Sie sich also vor Ihrer nächsten Präsentation einen Kaffee holen, denken Sie an den Satz von Marketing-Berater und ‚Brand-Story-Stratege‘ Park Howell, wonach Fakten viel eher verinnerlicht werden, wenn sie mit Hilfe einer Geschichte vermittelt werden: „A spoonful of story helps the data go down.“

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