12. November 2013

Besser präsentieren: Interview mit Redner Hans-Uwe L. Köhler

Ob mit PowerPoint oder Flipchart – was macht eigentlich eine gute Präsentation aus? In diesem Interview lassen wir den erfolgreichen und bekannten Redner, Autor und Trainer Hans-Uwe L. Köhler zu Wort kommen. Der Experte verrät Ihnen, worauf es ankommt und was es mit dem Konzept des LoveSellers auf sich hat.

Sie sind Redner, Trainer und Autor. Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf als Redner?

Es ist ein Privileg, vor Zuhörern seine Gedanken auszubreiten. Und wenn es einem dann noch gelingt, Menschen für den eigenen Gedanken zu begeistern, dann ist es fast perfekt. Der Höhepunkt ist allerdings die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, damit die Welt ein Stückchen besser wird!

Welche Techniken gibt es, um ein Publikum zu begeistern?

Das klingt jetzt zunächst nicht besonders originell, aber die eigene Begeisterungsfähigkeit ist tatsächlich der Schlüssel!

Denken Sie dabei an den Satz von Augustinus: „… Du musst selber brennen…“

„… wenn Du andere entzünden willst!“ Genau um diesen Satz dreht sich die Übertragung von Begeisterung.

Für viele Menschen ist es aber ausgesprochen schwer, sich selber zu begeistern!

Das ist ein ganz besonderes Problem! Tatsächlich sind die Fähigkeiten zur Begeisterung bei fast allen Menschen vorhanden – beobachten Sie nur einmal kleine Kinder, wie die drauf sind – allerdings wird bei vielen Menschen im Laufe der Zeit genau diese Fähigkeit verschüttet. Also muss es gelingen, diese eigene Fähigkeit wieder freizulegen – übrigens ein zentrales Thema meiner Vorträge.

Welche Bedeutung hat Storytelling für eine Präsentation?

Geschichtenerzählen können ist eine uralte menschliche Kunst! Bis zur Erfindung des Buchdruckes gab es nur die Erzähltechnik, um komplexe Sachverhalte zu vermitteln. Denken Sie nur an Homer: ein blinder Mann kündete auf dem Marktplatz(!) von den Reisen des Königs Odysseus – das müssten Sie sich mal heute vorstellen! Kurz: gute Redner sind immer auch gute Geschichtenerzähler!

What's your story

© lculig / Fotolia.com

Worauf sollten Anfänger beim Präsentieren unbedingt achten?

Drei Dinge:

  • Es muss nicht immer alles gesagt werden – weniger ist mehr!
  • Wer Angst vor Fehlern hat, kann keinen großen Sieg einfahren!
  • Es kommt nicht darauf an, dass man recht hat, das Publikum muss einem glauben!

Wie bereiten Sie sich auf einen Vortrag vor?

Akribisch. Für meinen ersten Vortrag investierte ich für jede Vortragsminute einen ganzen Arbeitstag! Und ich mache das heute noch so! Dafür sind dann Stegreifreden wirklich spontan und frei – hier hilft nur die Lust am Scheitern, sonst ginge das nicht.

Was macht für Sie einen gelungenen Abschluss eines Vortrages aus?

Das ist eine wirklich interessante Frage, weil sie einen der wichtigsten Punkte einer Rede überhaupt betreffen, den Schluss! Nicht der Inhalt allein entscheidet über die Wirkung einer Rede, sondern die Beantwortung der Frage: „In welchem Zustand sollen die Zuhörer sein, wenn man mit seiner Rede fertig ist?“

Erzählen Sie uns von Ihrem spannenden Konzept: „Verkaufen ist wie Liebe!“

Die zentrale Aussage ist genial: Wer sich verlieben kann, der kann auch verkaufen! Ich nutze als Metapher das Verhalten eines Liebespaares, um den Kaufakt simpel darzustellen. Es geht mir in dieser Geschichte darum, das Verkaufen-Können so einfach wie möglich zu machen.

Worin unterscheidet sich das Konzept des LoveSellers von allen anderen Konzepten?

Der entscheidende Punkt ist der, dass ich empfehle, völlig ohne Druck zu verkaufen, sondern ausschließlich unter Verwendung des Soges. Wenn man so will, muss man gar nicht verkaufen, es würde völlig ausreichen, wenn man das „einkaufen“ nicht verhindern würde!


Hans-Uwe L. Köhler Porträt

„Kaum ein Redner spielt so gekonnt auf der Klaviatur der rhetorischen Möglichkeiten wie Hans-Uwe L. Köhler! In einem Mix aus Story-Telling und Entertainment entwickelt er seine Ideen für Erfolg und Motivation.“

Quelle: www.hans-uwe-koehler.de
Fotos: Hans-Uwe L. Köhler
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