4. Februar 2014

Präsentationen meistern durch den Blick für Details

Norman Alexander zeigt als Speaker und Wirtschaftsmentalist erfolgreich, wie Unternehmer, Verkäufer, Berater und Führungskräfte ihre mentalen Fähigkeiten bei Präsentationen einsetzen können. In unserem Interview gibt er nützliche Tipps für Präsentationen und Verhandlungsgespräche und spricht über sein Buch „Mind Hacking“.

PresentationLoad: Sie sind Redner, Autor und Wirtschaftsmentalist. Was genau kann man sich unter der Arbeit eines Wirtschaftsmentalisten vorstellen?

Norman Alexander: Ein Mentalist ist jemand, der Techniken beherrscht, um die Gedanken anderer Menschen zu entschlüsseln und zu lenken. Es gibt eine klare Abgrenzung zu Hellsehern und Wahrsagern, die behaupten, übersinnliche Fähigkeiten zu besitzen. Dabei sind es vielmehr die Bausteine Beobachtung, Menschenkenntnis und Intuition, die es mir ermöglichen, mich in die Gedankenwelt meines Gegenübers zu „hacken“. Dazu habe ich eine Reihe von Techniken herausgefiltert, die jeder in der Kommunikation im Business nutzen kann, um Vertrauen aufzubauen und herauszufinden, was dem Verhandlungspartner wirklich wichtig ist. Heute halte ich dazu Vorträge bei Unternehmen und Wirtschaftsverbänden und gebe Workshops.

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Wirtschafts-Mentalist Norman Alexander

PresentationLoad: Sie sind lange Jahre als Bühnenmagier aufgetreten. Wie kam der Entschluss, vom Mentalisten zum Redner zu werden?

Norman Alexander: In meiner Jugend bin ich viele Jahre als Zauberkünstler aufgetreten. Dabei habe ich gelernt, Inhalte auf der Bühne vor Menschen dramaturgisch durchdacht zu präsentieren, was mir heute hilft, die Teilnehmer meiner Vorträge zu begeistern. Schon während der Zeit als Bühnenmagier hatte ich bedingt durch meine Urgroßmutter großes Interesse am Lesen von Gedanken. Anders als Zauberkünstler nutzte sie aber keine Tricks. Durch ihre Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis war sie in der Lage, schnell herauszufinden, was andere Menschen gedanklich beschäftigt. Während meines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums entdeckte ich, dass verschiedene Techniken der Mentalisten für die Kommunikation im Business verwendet werden können. Da mir ein Schreibtischjob zu langweilig wäre und es mich wieder auf die Bühne zog, begann ich, Vorträge zum Gedankenlesen im Job zu halten. Dazu veröffentlichte ich das Buch „Mind Hacking. Wie Sie mit Beobachtung, Menschenkenntnis und Intuition die Gedanken Ihrer Geschäftspartner entschlüsseln“ im Econ Verlag.

PresentationLoad: Wohl jeder wäre gerne manchmal Gedankenleser. Wie können Menschen ihre mentalen Fähigkeiten erwecken und trainieren?

Norman Alexander: Ein erster Schritt wäre, mein Buch zu lesen. ;-). In der heutigen Zeit sind die meisten Menschen auf sich selbst fokussiert und bemerken daher nicht mehr, was um sie herum passiert. So wird z. B. in Verhandlungen meist das eigene Konzept präsentiert, als dass man auf die wirklichen Entscheidungsgründe des Gegenübers eingeht. Wenn wir anfangen, uns mehr für unser Gegenüber zu interessieren, wird es uns leicht fallen, dahinter zu kommen, was er denkt, wie er tickt und was er wirklich will.

PresentationLoad: Wie verbinden Sie die Effekte Ihrer magischen Bühnentricks mit rhetorischen Fähigkeiten und Menschenkenntnis?

Norman Alexander: In meinen Vorträgen haben Bühnentricks keinen Platz. Dies wäre zwar unterhaltsam, hätte aber keinen Nutzen für das Publikum. Um erlebbar zu machen, dass Gedankenlesen wirklich funktioniert und worauf es dabei ankommt, zeige ich einige Experimente. Diese sind nicht nur faszinierend, sondern demonstrieren auch die Anwendung von Mind Hacking im Business und verankern das vermittelte Wissen.

PresentationLoad: Während Ihres wirtschaftswissenschaftlichen Studiums entwickelten Sie Ihre Mind Hacking-Strategie. Worum genau handelt es sich dabei?

Norman Alexander: Mind Hacking ist die Fähigkeit, Gedanken zu entschlüsseln und besteht aus einer Kombination aus dem Know-how der Mentalisten, gepaart mit verschiedenen Erkenntnissen der Psychologie, um Vertrauen aufzubauen, herauszufinden, was der Gesprächspartner denkt und seine wirklichen Motive und Bedürfnisse zu erkennen.

PresentationLoad: Sie haben auch ein Buch zu der Mind Hacking-Strategie geschrieben. Was ist der Fokus des Buchs und wem würden Sie es empfehlen?

Norman Alexander: Ich gebe in meinem Buch „Mind Hacking“ eine Anleitung, wie man schrittweise das Gedankenlesen im Job lernen und anwenden kann. Empfehlen kann ich das Buch besonders für Fach- und Führungskräfte, Berater, Verkäufer, Kundenbetreuer, Projektleiter, Firmenchefs und Unternehmer. Ebenso für alle, die erfolgreicher verhandeln, schwierige Gespräche meistern und vor allem überzeugen wollen. Für alle, die vorhaben, den Kommunikationsturbo einzulegen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

PresentationLoad: Welche Vorteile ergeben sich im Business dank Ihrer Mind Hacking-Methode?

Norman Alexander: Mind Hacking eröffnet den Blick, um die Details zu erkennen, die andere übersehen. Mit dem Wissen um Mind Hacking wird die Menschenkenntnis erweitert und der intuitive Sinn geschärft. Im Vergleich zu vielen anderen Kommunikations- und Verhandlungsmethoden ermöglicht diese Kombination mehr über die Gedanken seines Gegenübers herauszufinden. Wer die Gedankenwelt seines Gesprächspartners teilt, also ausspricht, was der andere denkt, signalisiert ihm damit, dass man seine Wünsche und Bedürfnisse, aber auch seine Bedenken und Probleme versteht und ernst nimmt. Auf diesem Weg gelingt es leichter, Vertrauen zu gewinnen. Und das ist es, was überzeugt. Fachkompetenz, ein tolles Produkt oder eine geniale Idee, von der man andere Menschen überzeugen will, nützen nichts, wenn man es nicht schafft, Vertrauen aufzubauen.

PresentationLoad: Wie kann man Mind Hacking bei Präsentationen einsetzen?

Norman Alexander: Um bei Präsentationen das Publikum zu erreichen, ist es wichtig, die Zuschauer gedanklich abzuholen, also ihre Gedanken wiederzugeben. Hierzu kann man verschiedene Techniken von Mind Hacking nutzen. Eine einfache Möglichkeit besteht z. B. darin, sich vorher zu überlegen, was die drei wichtigsten Gedanken sind, die meinem Publikum durch den Kopf gehen werden. Und diese muss man dann nur noch während der Präsentation ansprechen.

Fotos: Norman Alexander

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