2. August 2016

Neues aus PowerPoint 2013/16: Formenvereinigung

Die Formenvereinigung hat schon in der Version 2010 in vielerlei Hinsicht beim Erstellen und Ausschneiden von neuen Formen geholfen. In der Version 2010 hieß es nach Zeichentools/Format > „Formenvereinigung“; ab der Version 2013 wurde es in > „Formen zusammenführen“ umbenannt.

Die Themen dieses Artikels:

  1. Grundsätzliches zur Formenvereinigung
  2. Richtiges Arbeiten mit Fotos
  3. Formen mit Schriften kombinieren
  4. Formenvereinigung mit mehreren Formen
  5. Neu: In Einzelmengen zerlegen
  6. Besonderheiten mit Konturen

HINWEIS: Vielleicht wundern Sie sich jetzt, da Sie das Formenvereinigung-Feature in Ihrer PowerPoint-Version 2010 nicht auf den ersten Blick finden und scheinbar nicht besitzen. Keine Sorge, es muss lediglich von Ihnen eingerichtet werden. Über > Menüband anpassen oder das > Einfügen in die Symbolleiste für den Schnellzugriff können Sie den Button einrichten.

1. Grundsätzliches zur Formenvereinigung

Im Bild sehen Sie links die alten Funktionen aus PPT 2010 und rechts die neuen bei der Formenzusammenführung in PPT 2013/16. Vier Funktionen sind identisch geblieben und eine ist völlig neu und lange erwartet worden, aber dazu später mehr.

short Formenvereinigung_Bild01

Da nicht jedem User die grundsätzlichen Varianten der Formenverarbeitung aus der Version 2010 bekannt sind, werden sie hier nochmals kurz gezeigt.

A) Zwei Formen (Rechteck und Ellipse) sind eingefügt und der Kreis ist etwas über das Quadrat platziert worden.

B) Vereinigung

C) Kombinieren

D) Schnittmenge bilden

E) Subtrahieren

short Formenvereinigung_Bild02

Entsprechend verändern sich natürlich die Konturen der zusammengefügten Formen. Bei manchen Ergebnissen derartiger Kombinationen ist es optisch besser, keine Kontur darzustellen.

short Formenvereinigung_Bild03

Wie schon in der Version 2010 ist es auch in den neusten PPT-Versionen sehr wichtig, welche der beiden Original-Formen (hier Rechteck und Kreis) Sie zuerst markieren bzw. welche Form VOR der anderen Form entstanden ist. Sie können ebenso einen Rahmen um beide Objekte ziehen, um sie zu markieren. Im obigen Beispiel wurde immer zuerst das blaue Quadrat und dann der Kreis angeklickt / markiert. Das erstmarkierte Objekt gilt mit all seinen Attributen als Referenzobjekt.

Im nächsten Bild sehen Sie die Auswirkungen, wenn immer zuerst den Kreis und danach das Quadrat angeklickt wurde. (Die Buchstaben entsprechen den Bedeutungen aus dem vorherigen Bild.) Prägnant ist hier natürlich das Ergebnis beim SUBTRAHIEREN (E):

short Formenvereinigung_Bild04

Im Übrigen ist es dabei unerheblich, ob das eine Element über dem Anderen liegt oder umgekehrt.

A) Der Kreis liegt über dem Quadrat.

B) Nach dem > Kombinieren sieht die Form so aus.

C) Das blaue Quadrat liegt jetzt über dem Kreis.

D) Nach dem > Formen zusammenführen > Kombination ist das Ergebnis identisch.

short Formenvereinigung_Bild05

Die Anzeige der Kontur spielt beim Zusammenfügen von Formen zwar eine eher untergeordnete Rolle, trotzdem sollten Sie jederzeit daran denken.

A) Zwei Formen (Rechteck und Ellipse) sind eingefügt und der Kreis ist etwas über das Quadrat platziert worden. Die Kontur des Rechtecks beträgt 1pt, die des Kreises 10pt. In der unteren Reihe hat der Kreis keine Füllung. Die Ergebnisse der Zusammenführungen sind trotzdem identisch.

B) Vereinigung

C) Kombinieren

D) In Einzelmengen zerlegen. Beachten Sie hierbei, dass sich die Konturen aller Teile nach dem Referenzobjekt (Rechteck) richten.

E) Schnittmenge bilden

F) Subtrahieren

short Formenvereinigung_Bild06

2. Richtiges Arbeiten mit Fotos

NEU bei 2013/16: Viele User wissen noch nicht, dass sich diese Technik jetzt auch bei Fotos und Grafiken anwenden lässt. In der Version 2010 war dies mit den Standards nicht möglich.

A) Ein Foto ist von der Festplatte eingefügt worden. Darüber wurde ein Dreieck gelegt.

B) Mit dem Befehl > Subtrahieren wurde diese Dreieckform aus dem Foto ausgeschnitten. Ein Text dahinter zeigt an, dass es sich quasi tatsächlich um ein „Durchblick“ handelt.

short Formenvereinigung_Bild07

Auf diese Weise können Sie in Fotos konturgenaue Formen ausschneiden, um dahinter andere Elemente oder andere Fotoausschnitte zu platzieren. Ein Beispiel:

A) Links sehen Sie das Originalfoto.

B) Danach wurde die Form > Freihandform konturgenau über das graue Haus angelegt.

C) Mit > Subtrahieren ist genau diese Fläche ausgeschnitten worden. Dahinter wurde wieder der Text zur Verdeutlichung platziert.

short Formenvereinigung_Bild08

TIPP: In der Version 2010 konnten Sie sich etwas behelfen, indem Sie sie als Flächenfüllung einer Form eingefügt hatten. Danach konnten Sie diese Form mit dem Bild als Füllung normal kombinieren, subtrahieren usw.

Auch wenn dieses Vorgehen in den neueren Versionen sehr viel einfacher durchzuführen ist, müssen Sie trotzdem an ein paar „Kleinigkeiten“ denken – insbesondere, wenn Sie noch mehr in der o.g. Arbeitsweise aus 2010 agieren.

Im folgenden Beispiel finden Sie Lösungsansätze für Teile dieser Problematiken. (Die Konturen sind zur Verdeutlichung extra stark gewählt worden.)

A) Links ist ein Foto von der Festplatte eingefügt und dann auf diese quadratische Größe beschnitten worden. Über der rechten Ecke liegt ein Kreis.

B) Hier ist das Foto in eine identisch große Form als Flächenfüllung genommen worden. Hier ist rechts der Kreis platziert worden.

short Formenvereinigung_Bild09

Wählen Sie nun > Formenvereinigung aus, ergeben sich zwei ziemlich unterschiedliche Bilder:

A) Bei der Variante links wird das Foto im Kreis so dargestellt, wie es das ungeschnittene Originalfoto zulässt.

B) Rechts, bei der Variante „Flächenfüllung“ wird das gesamte Foto auf die vollständige Breite (Quadrat- und Kreisbreite) vergrößert dargestellt.

short Formenvereinigung_Bild10

Haben Sie beispielsweise mit der Funktion > In Einzelteile zerlegen gearbeitet, dann wird in jedem einzelnen Teil das komplette Foto dargestellt!

3. Formen mit Schriften kombinieren

NEU in 2013/16: In gleicher Vorgehensweise können Sie mit WordArt-Schriften arbeiten. (In 2010 nicht möglich.)

A) Über dem Quadrat wurde ein WortArt-Text platziert. Es folgen dann die schon o.g. Varianten.

B) Vereinigung

C) Kombination

D) Schnittmenge bilden

E) Subtrahieren

short Formenvereinigung_Bild11

4. Formenvereinigung mit mehreren Formen

Sie können auch mehrere Formen markieren und mit diesem Feature bearbeiten.

A) Links die eingefügten Originalformen. Zuerst wurde das Quadrat, dann der Kreis und zuletzt das Dreieck markiert, d.h. das Quadrat ist das Referenzobjekt und alle anderen (Teil-)Objekte sind mit diesem bei den Attributen identisch.

B) Formen-Vereinigung

C) Formen-Kombination

D) Subtraktion

short Formenvereinigung_Bild12

Je mehr Formen Sie verarbeiten wollen, desto genauer müssen Sie beachten, welche Formen Sie als erstes markieren. Zur Verdeutlichung: Hier wurde zuerst der Kreis, dann das Quadrat und zuletzt das Dreieck markiert.

B) Formen-Vereinigung

C) Formen-Kombination

D) Gerade bei der Subtraktion sehen Sie gegenüber den anderen Beispielen, wie wichtig es ist, welches Element zuerst markiert wurde.

short Formenvereinigung_Bild13

Zur Vervollständigung wurde jetzt zuerst das Dreieck, dann der Kreis und zuletzt das Quadrat markiert.

A) Links die eingefügten Originalformen.

B) Formen-Vereinigung

C) Formen-Kombination

D) Bei der Subtraktion ist jetzt entsprechend nur noch das Dreieck vorhanden.

HINWEIS: Lassen Sie sich nicht von der Herausforderung, die die Auswahl der richtigen Objekte mit sich bringt, entmutigen. Wenn Sie mit dem Mauszeiger über die verschiedenen Möglichkeiten gehen, sehen Sie sofort auf dar Folie wie das Ergebnis aussehen würde. Sie merken recht schnell, ob Sie die richtige Reihenfolge für Ihr gewünschtes Ergebnis gewählt hatten.

short Formenvereinigung_Bild14

5. Neu: In Einzelmengen zerlegen

Wirklich neu ist die Funktion > In Einzelmengen zerlegen. Derjenige, der sich in der Version 2010 schon öfter mit der Formenvereinigung befasst hatte, vermisste schon damals diese Variante sehr. Hierbei werden alle Formen in die Einzelteile der Überlappungen zerlegt und sind danach alle einzeln als Form auswählbar. Deshalb wird diese Aktion im Folgenden nochmals verdeutlicht:

A) Wieder als Original ein Quadrat und ein Kreis.

B) Hier sehen Sie das Ergebnis nach > Zeichentools / Entwurf > Formen zusammenführen > In Einzelmengen zerlegen.

C) Jetzt sind die einzelnen Teile zur Verdeutlichung etwas verschoben worden. Aus zwei sind drei Formen entstanden.

D) Alle drei Elemente sind einzeln auswählbar und können frei als Formen weiterverarbeitet werden.

short Formenvereinigung_Bild15

Auch bei dieser Funktion müssen Sie hier wieder an die richtige Reihenfolge denken. (Die Buchstaben entsprechen wieder den Beschreibungen.)

Ist die Kreisfläche zuerst markiert, dann ändern sich alle Objekte nach dieser Kreisform.

short Formenvereinigung_Bild16

Auf den ersten Blick sind die Vorteile dieses speziellen Features nicht sofort ersichtlich. Sie werden dies besonders einsetzen, wenn Sie eigene, neue/ungewöhnliche Formen entwerfen wollen oder vielleicht ein eigenes Logo entwickeln. Ein Beispiel soll Ihnen die Vorteile näherbringen.

A) Grundlage bildet als erste Form die Standard-Ellipse.

B) Dann sind einige Kreise auf den rechten Rand der Ellipse eingefügt worden.

C) Nach dem Anklicken > In Einzelmengen zerlegen sind alle Elemente dieser Grafik einzeln vorhanden.

D) Die innen liegenden Flächen der kleinen Kreise werden nun gelöscht und stattdessen Buchstaben eingefügt.

short Formenvereinigung_Bild17

Die Möglichkeiten der grafischen Darstellung sind im Detailbereich der Grafik mit den neuen Features der Formenvereinigung fast unbegrenzt.

A) Die Grafik sieht schon völlig anders aus, wenn Sie eine Konturfarbe bestimmen.

B) Hier sind alle Kreiselemente komplett ausgeschnitten worden.

C) Sie können die Darstellung mit dem teilweisen Löschen ausgewählter Kreisteile variieren.

D) Ebenso sind dreidimensionale Lösungen vorstellbar.

short Formenvereinigung_Bild18

Oft sind es Kleinigkeiten bei der Darstellung einer Situation, bei denen der Einsatz dieser Vereinigungstechniken sinnvoll ist. Im Lehr- und wissenschaftlichen Bereich gibt es hierfür die unterschiedlichsten Anforderungen.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wollen drei Balken von oben betrachtet so übereinanderlegen, dass jeweils ein Ende eines jeden Balkens noch am Boden liegt und zugleich das andere Ende auf einem anderen Balken liegt (siehe Darstellung E) im nächsten Bild).

A) Die Darstellung ist zunächst nicht wie gewünscht, denn es soll so aussehen, als würde der blaue Balken rechts im Kreis ÜBER dem grünen liegen, während die linke Seite des Balkens trotzdem weiterhin UNTER dem orangenen Balken liegen soll.

B) Wieder ist es wichtig, welche Form Sie zuerst auswählen.

C) Wählen Sie Blau zuerst, dann sieht das Ergebnis so aus.

D) Die umgekehrte Variante, wenn Sie zuerst grün auswählen. Das ist in diesem Fall die richtige Lösung.

E) Fügen Sie nach dem Ergebnis von D einen neuen blauen Balken ein und die Ansicht stimmt.

short Formenvereinigung_Bild19

Letztendlich hat PowerPoint allerdings seine grafischen Darstellungsgrenzen.

A) Versehen Sie die oben gezeigte Grafik mit einem dreidimensionalen Effekt, dann sehen Sie bei genauerer Betrachtung, dass der blaue Balken rechts nicht wirklich über dem grünen Balken liegt.

B) Der blaue Balken scheint eher dort eingebettet zu sein.

short Formenvereinigung_Bild20

6. Besonderheiten mit Konturen

Das Zusammenspiel der beiden zu vereinigenden Formen sowie der jeweiligen Konturen ist u. U. bei sehr feinen Zusammenführungen schon eine Herausforderung.

Einführend folgende Fragestellung: Was passiert eigentlich, wenn sich die beiden Formen nicht berühren?

A) Zwei Formen wurden markiert und überlappen sich nicht. Trotzdem können die Funktionen der Zusammenführung durchgeführt werden.

B) Vereinigung; Der Kreis hat sich entsprechend verändert. Obwohl Sie zwei Elemente sehen ist es nur EINE Form.

C) Kombination; EINE Form.

D) In Einzelmengen zerlegen; sieht identisch zu B und C aus, es sind aber ZWEI Formen.

E) Schnittmenge bilden; es existiert KEINE Form mehr!

F) Subtrahieren; der Kreis ist weg.

G) Jetzt wurden die beiden Objekte (Quadrat und Kreis von A) genommen, mit einer breiten Kontur versehen und dann vereinigt – dann sieht das Ergebnis so aus.

H) Werden beide Objekte vereinigt und wird danach die Kontur ausgewählt, so ist kein Unterschied zu sehen. Das bedeutet, dass die Kontur immer gezeigt wird – soweit dies möglich ist – und sich die Funktionen der Zusammenführung nach der FLÄCHE richten.

short Formenvereinigung_Bild21

Angenommen Sie wollen zwei Formen so vereinigen, dass es nur eine sehr schmale Verbindung zwischen beiden Formen gibt – so wie hier dargestellt:

short Formenvereinigung_Bild22_NEU

Später wollen Sie daraus eine neue, selbst kreierte Figur bauen. Die Platzierung der Kreisfläche spielt dann eine wichtige Rolle, wenn Sie jetzt schon wissen, dass die Kontur immer komplett aufgebaut wird, solange dies möglich ist.

Im nächsten Beispiel wird dieser Sachverhalt klarer.

A) Die Kreisfläche ist so dicht an das Quadrat geschoben worden, dass diese das Quadrat knapp berührt. So wie es später ungefähr aussehen soll.

B) Dann erfolgt die Vereinigung.

C) Wurde dann die Kontur mit einer Rahmenbreite von 10pt aufgebaut, ist das gewünschte Ergebnis noch nicht erreicht.

D) In diesem Beispiel wurde der Kreis noch weiter nach links ins Quadrat verschoben und dann vereinigt. Nach dem Bestimmen der Kontur sehen Sie, dass es noch immer nicht für die gewünschte Darstellung ausreichte.

E) Nun ist der Kreis noch weiter nach links versetzt.

F) Es erfolgt die Vereinigung.

G) Die Kontur wird bestimmt und Sie haben die Lösung.

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Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Ausprobieren!

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