23. Juli 2014

Pecha Kucha – Die Kunst des Präsentierens mit Bildern

Pecha Kucha – über diese zwei Worte stolpert man immer wieder, wenn man sich für Präsentationstechniken interessiert. Eine ganz besondere Vortragstechnik soll gerade das sein, was zunächst irgendwie an ein indisches Currygericht erinnert. Aber woher kommt der Begriff nun wirklich und was bedeutet er? Und vor allem: Wie lässt sich mit Pecha Kucha besser präsentieren?

Wer hat’s erfunden?

Zum Hintergrund: Der Begriff „Pecha Kucha“ ist nicht indisch, sondern japanisch und lautmalerisch zu verstehen. Spricht man Pecha Kucha aus, klingt dies ungefähr so wie das Geräusch, wenn viele Menschen gleichzeitig reden. Ins Leben gerufen wurde Pecha Kucha im Jahr 2003 durch Astrid Klein und Mark Dytham von Klein Dytham architecture in Tokyo. Obwohl diese Präsentationstechnik von Architekten erfunden wurde, eignet sie sich hervorragend auch für kurze Vorträge in anderen Branchen, wie zum Beispiel Architektur, Tourismus, Wellness oder auch in den Bereichen Marketing und Management. Darüber hinaus passt Pecha Kucha aber auch im privaten Rahmen, beispielsweise bei Familienfesten im kleineren und auch größeren Kreis.

Worum geht‘s?

20 Folien – nur Bilder, kein Text – werden jeweils 20 Sekunden lang hintereinander gezeigt. Dabei läuft die Zeit ab, ohne dass der Referent Einfluss darauf hätte. Das macht die ganze Sache zu einer ziemlichen Herausforderung. Die Rede muss genau auf den Ablauf und die Zeitspanne der gezeigten Folien abgestimmt sein, sonst wird es schnell peinlich. Insgesamt bleiben also knappe 6 Minuten und 40 Sekunden für den gesamten Vortrag. Wenig Zeit zum Ausführen von Thesen.

Doch gerade wenn man bedenkt, wie oft sich Präsentationen wie Kaugummi ziehen, ist Pecha Kucha die ideale Technik, die Spannungskurve vom Anfang bis zum Ende aufrecht zu erhalten – und zwar nicht nur beim Publikum. Diese Vorstellung sollte einem also keine Schweißperlen auf die Stirn treiben. Denn das Konzept ist sehr beliebt. In weltweit über 700 Städten finden mittlerweile regelmäßig PechaKucha-Events statt – stets gut besucht.

Pecha Kucha Vortrag

Wie vorbereiten?

Bevor Sie eine Präsentation im Pecha Kucha-Stil halten, ist es ratsam, sich sehr gut vorzubereiten. Die Bilder müssen sorgfältig ausgewählt werden und zu 100% zu Ihrem Vortrag passen, sonst macht alles keinen Sinn.

Außerdem müssen Sie sich überlegen:

  1. Wie baue ich meine Präsentation auf?
  2. Kann ich Storytelling-Elemente mit einbringen?
  3. Was will ich vermitteln und wie lautet meine Kernaussage?
  4. Wie können meine Bilder die Hauptthese unterstreichen?
  5. Wo finde ich die passenden Bilder?

Unsere Tipps:

Gliedern Sie Ihre Präsentation in Anfang, Hauptteil und Schluss.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Sie kommen direkt und ohne Umschweife auf Ihr Hauptthema zu sprechen, zum Beispiel dann, wenn dieses komplex ist und Sie keine Zeit verlieren dürfen, oder Sie bauen einen Spannungsbogen auf, beginnen Ihren Vortrag vielleicht mit einer kleinen Anekdote und führen Ihr Publikum dann an das eigentliche Thema heran. So können Sie überraschende Verknüpfungen ziehen und für kleine Aha-Erlebnisse sorgen.

Storytelling ist eigentlich ein Muss bei Pecha Kucha.

Nichts eignet sich besser als Bilder, um einen dramaturgischen Aufbau und eine Spannungskurve zu erzielen. Greifen Sie aus dem Leben, erzählen Sie von bewegenden, involvierenden Momenten. Weitere Tipps zum Storytelling gibt es hier.

Konzentrieren Sie sich auf die Kernaussage.

Definieren Sie diese am besten ganz genau. Weben Sie Ihre Präsentation anschließend darum herum. Machen Sie sich mit Ihrem Thema so vertraut wie möglich. Dann werden Sie schnell eine überzeugende Präsentationsstruktur finden, die die knapp 7 Minuten informativ ausfüllt.

Suchen Sie Bilder, die Ihrer Storyline folgen.

Entwickeln Sie eine kleine Geschichte mit Spannungsbogen, denn Sie möchten Ihr Publikum an etwas teilhaben lassen. Da wir alle Augenmenschen sind, sollten die Bilder, Fotos oder auch Grafiken gestochen scharf und in einer ausreichend guten Auflösung sein. Denken Sie dran: Die Bilder sind neben Ihrem Vortrag der wichtigste Part der Präsentation.

Bilder finden sich überall.

Nehmen Sie eigene Fotos mit der Kamera oder dem Smartphone auf, scannen Sie Fotos aus Zeitungen, Magazinen oder Büchern ein, kaufen Sie Bilder bei Anbietern wie fotolia oder erstellen Sie selbst Collagen, Zeichnungen oder mit Grafikprogrammen. Möglichkeiten gibt es viele. Vergessen Sie nur nicht, auf jeder Folie unauffällig die Quelle anzugeben, wenn es nicht Ihr eigenes Bild ist.

Titelbild: PresentationLoad
Beitragsbild: © Pink Badger – Fotolia.com
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