11. August 2016

Sensation bei der Formenvereinigung in PowerPoint 2013/16

Im allgemeinen Beitrag über die Funktionen der Formenzusammenführung sind die wichtigsten Vorgehensweise und Neuigkeiten zur Formenvereinigung in den PowerPoint-Versionen 2013/16 beschrieben worden. Aber die Funktion „In Einzelteilen zerlegen“ bei der Formenzusammenführung bietet auf den zweiten Blick noch mehr kreative Möglichkeiten, die nicht sofort erkennbar sind und hier explizit aufgezeigt werden sollen.

Um was geht es? Die Funktion „In Einzelmengen zerlegen“ trennt alle einzelnen, sich überlappenden Objekte in ihre jeweiligen Einzel-Formen.

Hier nochmals die Grundfunktion:

A) Zwei Formen sind aufgebaut worden, ein Kreis liegt teilweise über dem blauen Quadrat.

B) Nun wählen Sie > Zeichentools / Entwurf > Formen zusammenführen > In Einzelmengen zerlegen. Wie es Ihnen die Konturen schon zeigen, existieren alle drei Teile jetzt separat.

C) Die beiden Teile rechts unten sind zur Verdeutlichung etwas verschoben worden. Die drei Teile sind selbstständige Formen und können wie alle normalen Formen verarbeitet werden.

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1) Subtrahieren vs. In Einzelmengen zerlegen

Mit der Funktion > Subtrahieren können Sie WordArt-Texte aus Formen ausschneiden. Diese kennen Sie schon seit der PowerPoint Version 2010. Sie soll hier jedoch noch einführend erwähnt werden, damit Sie die dann folgende Unterschiede besser beurteilen können.

A) Über einem normalen Rechteck sind zwei WordArt-Texte eingefügt worden. Dann erfolgte das > Subtrahieren.

B) Nacheinander wurden die Texte im Rechteck ausgeschnitten / ausgestanzt.

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Völlig anders ist jedoch das Ergebnis, wenn Sie die Funktion > In Einzelmengen zerlegen anwenden.

A) Wieder die Vorlagen wie im Beispiel davor.

B) Jetzt wurden zuerst das Rechteck und dann die BEIDEN Texte markiert und die Funktion > In Einzelmengen zerlegen gewählt. Das Ergebnis sieht schon anders als oben aus.

C) Hier ist beim Markieren eine andere Reihenfolge durchgeführt worden: ZUERST die beiden Texte und dann das Rechteck.

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Werden die einzelnen Teile etwas mehr verschoben, dann sehen Sie den Unterschied noch besser.

A) Das Ergebnis von oben nochmals dargestellt.

B) Nun sind alle einzelnen Textsegmente nach rechts verschoben worden. Das Bild sieht dem Ergebnis mit der WordArt-Variante sehr ähnlich, aber Sie sehen, dass die Füllungen beim kleinen „e“ fehlen. Außerdem ist beim kleinen „e“ beim unteren Text die Konturbildung anders als bei der WordArt-Variante (oben).

C) Aber die „Sensation“ ist das Ergebnis mit den einzelnen Zeilen der Texte rechts, denn das bedeutet, dass Sie AUS TEXTEN (einzelne) FORMEN GENERIEREN können! Auch die Inhalte vom kleinen „e“ sind einzeln vorhanden.

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Als zusätzliches kleines Beispiel sollen folgende Bilder dienen.

A) Der zerlegte Text im Original.

B) Alle Buchstaben sind nun einzelne Formen und können frei bewegt werden und wurden hier eng (fast übereinander) platziert.

C) Da die Buchstaben normale Formen sind, können diese entsprechend verändert werden. Hier sind unterschiedliche Größen und Farben mit Transparenz gewählt worden.

D) Die Buchstaben eines Wortes können sehr einfach gedreht und neu platziert werden.

E) Die Platzierung der Buchstaben in verschiedenen Schräglagen stellt jetzt kein Problem mehr dar und der Text ist gut lesbar sowie schnell erstellt.

F) Sie können diese Formen / Buchstaben wieder zu reizvollen, neu vereinigten Formen zusammenführen.

G) Im plakativen Bereich bzw. bei der Logo-Entwicklung sind unbegrenzte Möglichkeiten gegeben.

H) Bei der Darstellung von Bilanzen, Diagrammen usw. wollen Sie bei einer Grafik bestimmte Teile mit Buchstaben versehen – jetzt kein Problem mehr und Sie können schnell das komplette Wort gesamtheitlich vorgeben. Manchmal wäre es auch möglich, mit jeweils einzeln erstellten (WordArt-) Texten diese Ergebnisse zu realisieren, aber der hier gezeigte Weg ist meist schneller und die einzelnen Formen sind bei der Weiterverarbeitung besser einsetzbar.

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TIPPS:

  • Haben Sie mit viel Aufwand eine komplizierte Grafik wie oben erstellt, empfiehlt es sich, dass Sie alle (Text-)Formen zu einer Gruppe zusammenfassen, um die gesamte Grafik einfach verschieben zu können. Außerdem können Sie mit gedrückter SHIFT-Taste die Grafik komplett vergrößern oder verkleinern und alle Proportionen bleiben bestehen. Da Sie auf diese Weise ein komplettes Wort oder einen ganzen Satz sofort als einzelne Formen erhalten, ersparen Sie sich viel Arbeitszeit.
  • Arbeiten Sie sehr häufig mit derartigen Formen können Sie sich die erzeugten Buchstaben/Formen in einer separaten Datei abspeichern und sich die immer wiederkehrenden wichtigsten Schriftarten in Ihrem Archiv speichern. Ein ganzes ABC für jede benötigte Schriftart ist zweckmäßig und so jederzeit einsetzbar.

2) Schriftarten als Formen

Ein weiterer Vorteil der gezeigten Technik ist, dass Sie jede vorhandene Schriftart in Formen umwandeln können.

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Da es sich bei den neu gewonnenen Buchstaben um Formen handelt, bedeutet dies, dass Sie einzelne Punkte der Vektorgrafik bearbeiten können. Auf diese Weise können Sie individuell jeden einzelnen Buchstaben völlig frei verändern.

A) So sehen die Formen zunächst aus.

B) Markieren Sie dann das „A“ und drücken Sie mit der rechten Maustaste > Punkte bearbeiten. Sie sehen jetzt, wie die Form aus einzelnen Punkten als Vektorgrafik aufgebaut ist. Sie können nun die Punkte entsprechend verändern.

C) Das „A“ wurde oben in einen Bogen bis zum „l“ verlängert und auch das „l“ ist oben etwas angepasst worden.

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Es gibt keinen einfacheren Weg, um Buchstaben grafisch so interessant aufzubereiten und einfach zu verändern. Sie können diese selbst geschaffenen Formen mit Standardformen kombinieren und haben so unzählige Variationen zur Verfügung.

Es wird noch besser. Um den Text einer Schriftart in Formen umzuwandeln, müssen sich die beiden Elemente nicht einmal überlappen. Es reicht, wenn diese markiert werden. Die Technik der Formenzusammenführung funktioniert immer, wenn mindestens zwei Elemente markiert sind.

A) Links sehen Sie eine Form (blaues Rechteck). Rechts daneben ein Text. Beide sind markiert.

B) Nach dem > Formen zusammenführen > In Einzelmengen zerlegen sind alle Elemente einzeln vorhanden und können separat bearbeitet werden.

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Sie müssen nun nur noch die Füllungen in einzelnen Buchstaben entfernen und dann haben Sie den fertigen Schriftzug in Formen.

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3) Symbolfonts in Einzelmengen zerlegen

Es gibt noch eine weitere interessante Möglichkeit, dieses Feature im Zusammenspiel mit Schriften einzusetzen. Die meisten Nutzer arbeiten relativ selten mit Symbolfonts wie sie z. B. standardmäßig bei Office mit den Schriftarten Wingdings und Webdings angeboten werden. Das Zerlegen in Einzelmengen ist hierbei ebenfalls hilfreich. Im nächsten Bild sehen Sie die Buchstaben von A-G in diesen beiden Fonts.

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Zwei Beispiele zeigen Ihnen die Wirkungsweise bei diesen beiden Symbolschriften.

A) Bei Webdings wurde das „F“ und bei Wingdings das „A“ genommen.

B) Jeweils ist ein Rechteck eingefügt worden. Dann ist wieder der gleiche Weg mit > Zeichentools / Entwurf > Formen zusammenführen> In Einzelmengen zerlegen durchgeführt worden. Sie erkennen nach der Aktion sofort die einzeln markierten Elemente.

C) In dieser Spalte sehen Sie die Symbole nach einigen Veränderungen bei einzelnen Detailformen. Die Fabrik hat einen Schornstein bekommen, die Fenster wurden verändert sowie eine grüne Fläche erstellt. Bei der Hand wurden Farben geändert und das Handgelenk verlängert. Sie können mit den Vorlagen von Symbolschriftarten eigene neue Symbole entwerfen und sparen viel Zeit bei der Erstellung.

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Wie hilfreich dieses Feature tatsächlich ist, werden Sie meist erst erkennen, wenn Sie sich mit der Erstellung unterschiedlichster Grafiken genauer befassen.

4) Origineller Einsatz der Formenzusammenführung

Angenommen Sie haben einen einzeiligen Text, der sich relativ groß geschrieben auf der Folie mittig befindet. Dieser Text soll sich in der Mitte teilen, damit von rechts nach links ein Objekt (hier Logo von PresentationLoad) über die Folie läuft. Normalerweise müssten Sie mit einigem zeitlichen Aufwand zwei Textfragmente passend entwerfen. Mit der Formenzusammenführung geht dies sehr schnell.

1) Bauen Sie zunächst den Text auf.

2) Erstellen Sie eine Form, die die Attribute für Farbe, Kontur usw. des späteren Textes hat. Platzieren Sie die Form so, dass die untere Linie des Rahmens mittig durch den Text läuft. Markieren Sie beide Objekte.

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3) Danach wählen Sie > Zeichentools / Entwurf > Formen zusammenführen > In Einzelmengen zerlegen.

4) Löschen Sie die kleinen Fragmente der geschlossenen Formen. Entfernen Sie die Füllungen im Formentext. Löschen Sie das ehemalige Rechteck.

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5) Gruppieren Sie alle unteren und alle oberen Text-/Formhälften jeweils zu einer Gruppe.

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6) Fügen Sie das Objekt auf der Folie ein, welches durch den Text laufen soll. Verschieben Sie es so weit mittig in der Folie nach links außen, dass es komplett außerhalb der Folie liegt.

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7) Belegen Sie die untere Gruppe mit einem > Animationspfad > Nach unten und die obere Gruppierung mit einem Pfad > Nach oben.

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HINWEIS: Wundern Sie sich nicht, wenn die beiden Animationspfade nicht genau übereinanderliegen. Da es sich bei dem Objekt um eine Gruppierung handelt, sind die seitlichen Ausdehnungen bei den beiden Gruppen unterschiedlich. Bei der unteren Gruppe fehlt beim „T“ der obere Teil und somit ist die Gruppe etwas schmaler. Da ein Animationspfad immer im Zentrum des Objektes beginnt, ist dieser kleine Versatz zu erklären.

8) Markieren Sie das Logo und wählen Sie die Eingangsanimation > Hineinkriechen > Von rechts und > Mit Vorheriger. (Sollte Ihnen dies zu früh sein, dann setzen Sie noch eine passende Verzögerung für den Beginn ein oder das Logo erscheint erst bei einem separaten Klick.) plus Sensat b Formenvereinigung Bild17

9) Im Präsentationsmodus gehen nach dem Klicken zuerst die beiden Texthälften nach oben bzw. unten auseinander.

10) Danach oder beim nächsten Klicken erscheint von rechts kommend das Logo und läuft nach links über die komplette Folie bis es nicht mehr zu sehen ist.

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TIPP: Sie können diesen originellen Eindruck verstärken, indem Sie nicht mit Gruppen arbeiten, sondern die Buchstabenformen einzeln mit einem Pfad (nach oben / unten) versehen und diese noch zeitlich versetzt starten lassen. Dann sieht es später so aus, als wenn nur immer ganz knapp vor dem Logo die Buchstaben sich teilen würden und sie, nachdem das Logo vorbei ist, wieder an ihre ursprüngliche Stelle zurückgehen. Wenn Sie mit einzelnen Buchstaben arbeiten, denken Sie daran, dass jede neue Form, die aus dem Schriftzug entstanden ist (auch ein einzelnes i-Tüpfelchen, der Punkt unter dem Fragezeichen usw.), einen eigenen Animationspfad bekommen muss.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Ausprobieren!

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