20. Mai 2015

Erzählen Sie mitreißende Geschichten mit diesen Storytelling-Techniken

4 Gründe, warum sich Storytelling lohnt, 10 Tipps, wie man Geschichten am besten verpackt und 5 Dinge, die man vermeiden sollte

Die Geschichten, die wir erzählen, definieren unsere Umgebung, lassen uns unsere Gedanken mitteilen, unsere Ideen austesten und helfen uns, uns in ein bestimmtes Licht zu rücken. Geschichten haben auch einen großen Einfluss in unserem privaten sowie beruflichen Alltag und beinhalten das Potential, Autorität zu erzeugen oder diese zu vernichten. Es ist also nicht verwunderlich, dass Politiker sich oft an Geschichten bzw. Storytelling bedienen, um Ideen zu vermitteln und die Menschen für sich zu gewinnen. Das Geschichtenerzählen hat besonders viel Überzeugungskraft und kann einen normalen Kunden in einen treuen Anhänger Ihres Unternehmens verwandeln. Egal ob es um Werbung, den Verkauf von Produkten oder Präsentationen geht: Geschichten verändern, wie Ihre Marke oder Ihr Produkt wahrgenommen wird.

Ihre Geschichte kann sich im Laufe der Zeit, so wie das Unternehmen selbst, verändern, anpassen und erweitern. Besonders beliebte Geschichten aber haben immer bestimmte Kernelemente, die gleich bleiben und die Ihre Geschichte erinnerungswürdig machen. (Lesen Sie auch: Warum alle guten Redner Zitate verwenden)

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Beachten Sie aber ein paar Dinge, wenn Sie Geschichten in Ihre Darbietung einbringen wollen…

Warum sind Geschichten von so großer Bedeutung?

  1. Geschichten fesseln. Waren Sie schon mal bei Präsentationen, denen Sie nur schwer folgen konnten und bei denen Ihre Gedanken schnell abgedriftet sind? Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne (nach dem Statistics Brain Research Institute) beträgt lediglich 8,5 Sekunden! Sie können sich also glücklich schätzen, wenn Sie ein paar Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit von Ihrem Publikum erhalten, bevor die Aufmerksamkeit vollkommen verloren geht. Vergeuden Sie keine Zeit mit langen Erklärungen, sondern versuchen Sie Ihre Zuhörer gleich von Beginn an zu fesseln.
  2. Geschichten bleiben in Erinnerung. Die besten Werbeagenturen gehen nicht ins Detail, wenn sie Produkte bewerben. Sondern sie erzählen Geschichten. Geschichten bleiben viel leichter in Erinnerung als bloße Fakten, was daran liegt, dass beide Seiten des Gehirns beim Geschichtenerzählen aktiviert werden und im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden. Wenn Sie also eine interessante Geschichte haben, dann wird sich Ihr Publikum an Sie und an Ihre Ideen erinnern. (Verwandte Themen: Wie Sie spannende Präsentationen mit Metaphern gestalten)
  3. Geschichten verbinden. Wenn Sie eine Geschichte erzählen, dann macht Sie das menschlich. Das machen wir schließlich schon seit über 40.000 Jahren, seit der Zeit, als wir noch Höhlenwände bemalt haben. So lernen wir, verstehen neue Dinge und schließen Kontakte miteinander. Neurowissenschaftler haben die verschiedenen Hirnareale untersucht und herausgefunden, dass das ganze Gehirn arbeitet, wenn jemand eine Geschichte erzählt. Wenn man aber nur Fakten hört, dann passiert im Gehirn lediglich ein einfacher Entschlüsselungsprozess. Bei Geschichten denken und fühlen Menschen zur gleichen Zeit und diese Tatsache ist für Sie das Sprungbrett, um mit Ihrem Publikum eine Beziehung aufzubauen. Also wenn Sie das nächste Mal bei einem Bewerbungsgespräch jemand nach Ihren Erfahrungen fragt, dann erzählen Sie eine Geschichte und man wird sich mit Sicherheit an Sie erinnern. Das liegt in der Natur des Menschen.
  4. Geschichten beleben Ihr Marketing. Gute Geschichten lassen sich leicht wiedergeben, wenn sie gut und effektiv erzählt wurden. Machen Sie sich also nichts draus, dass große Firmen Unsummen an Geld für Marketing und Werbekampagnen ausgeben. Geschichten sind Ihre besten Freunde und das nicht nur, weil sie ein günstiges Kommunikationsmittel sind, sondern auch, weil sie die sozialen Medien antreiben und leicht geteilt werden können. Es ist schließlich viel leichter eine Geschichte zu teilen als ein Produkt. So breiten Sie Ihren Einfluss über Freunde von Freunden von Freunden aus.

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Tipps, wie man eine Geschichte erzählt

Die Grundlagen

  1. Voraussetzungen festlegen. Definieren Sie Ihr Publikum und wie Sie sich am ehesten mit Ihren Geschichten identifizieren können. Ihre Methoden werden sich erheblich unterscheiden, wenn Sie vor einer Gruppe Schüler oder vor Bankern sprechen. Finden Sie heraus, mit wem Sie es zu tun haben und verpacken Sie Ihre Botschaft in einer angemessenen Sprache.
  2. Kontakt herstellen. Die Leute sollen sich mit Ihrer Geschichte identifizieren, also sollte Sie eine sympathische Umgebung erschaffen und Hindernisse darstellen, die Ihr Publikum auch haben könnte. Erinnern Sie sich daran, dass Geschichten von Menschen und nicht von Produkten handeln.
  3. Zuhörer fesseln. Überlegen Sie sich, was Ihre Geschichte einzigartig macht und welche Informationen überraschen könnten. Haben Sie neue Forschungsergebnisse, die Ihr Unternehmen verändern könnten? Verwandeln Sie Wissen in Erzählungen, Beschreibungen und Visualisierungen.
  4. Spannung erzeugen. Definieren Sie einen Konflikt und erzeugen Sie somit Spannung. Jede gute Story enthält eine Art Hindernis, das es gilt zu bewältigen. Stellen Sie explizit dar, was anders verlaufen wäre, wenn Sie sich für einen anderen Weg entschieden hätten.
  5. Wendepunkt darstellen. Illustrieren Sie einen Aha-Moment, d.h. die Lösung zu Ihrem Problem oder einen Wendepunkt innerhalb der Geschichte.
  6. Ergebnis erklären. Was ist passiert und warum ist es wichtig? Stellen Sie die Konsequenz aus der Geschichte dar und welche Änderungen Sie demnach vorschlagen.

Worauf Sie achten sollten

  1. Bilder einbringen. Wussten Sie, dass Menschen in Bildern denken und dass Artikel mit Bildern 94% mehr Leser haben? Inhalte mit ausdrucksstarken Bildern teilen hinterlässt einen bleibenden Eindruck und hilft Ihrem Publikum sich an Sie zu erinnern. Wörter werden nämlich nur in unserem Kurzzeitgedächtnis verarbeitet, aber Bilder direkt im Langzeitgedächtnis.
  2. Zeit lassen und die Stille nicht fürchten. Wenn Sie zu schnell sprechen, besteht die Gefahr, dass Leute Sie nicht verstehen und dass Sie unsicher erscheinen. Wer langsam spricht, strahlt hingegen Selbstbewusstsein aus und erlaubt seinem Publikum, die Informationen auch zu verarbeiten. Integrieren Sie so die Kraft der Stille in Ihre Darbietung.
  3. Einfach halten. Dem Handlungsfaden sollte einfach zu folgen sein, so dass er einfach verstanden und wiederholt werden kann.
  4. Spaß haben und proben, proben, proben. Das klingt selbstverständlich, aber selbst die erfahrensten und besten Sprecher üben einige Stunden, bevor Sie vor Ihr Publikum treten. Aber vergessen Sie auch nicht Ihren Enthusiasmus. Wenn sie unterhaltsam und mitreißend sind, dann werden Sie die Leute interessant finden, egal was Sie erzählen. Und denken Sie daran: Lachen und gute Laune steckt an.

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Was Sie vermeiden sollten

  1. Unvorbereitet kommen. Mangelndes Training und Übung vermittelt einen Mangel an Professionalität. Selbst die besten Sprecher überlassen nichts dem Zufall. Steve Jobs Geheimnis war z.B., dass seine Vorträge mühelos erschienen, obwohl er für Stunden vorher übte.
  2. Nicht wissen, welche Wertvorstellungen das Publikum hat. Es ist schwierig Werte zu vermitteln, wenn Sie nicht wissen, wie Ihr Publikum Werte definiert. Was ist Ihren Zuhörern wichtig? Ihr Vortrag sollte sich mit dem befassen, was Ihren Zuhörern wichtig ist. Sie müssen Ihr Publikum verstehen.
  3. Nicht wissen, wo das Publikum hin will. Wenn Sie nicht wissen, was Ihr Publikum verlangt, dann können Sie diese Erwartungen auch nicht bedienen. Denken Sie an mögliche Ziele Ihrer Zuhörerschaft und warum Sie Ihnen zuhören. Finden Sie das heraus und adressieren Sie direkt diesen Punkt.
  4. Weltsicht der Zuhörer ignorieren. Wenn Sie die Ansichten und Meinungen Ihrer Zuhörer kennen, dann können Sie diese adressieren. Das sollte Ihnen helfen, schnell mit ihnen Kontakt zu schließen und gibt Ihnen einen Wettbewerbsvorteil, weil das Publikum zum Nachdenken angeregt wird.
  5. Negative Rhetorik. Die kann nämlich genau den gegenteiligen Effekt haben. Überlegen Sie es sich gut, ob Sie Ihre Präsentation mit Negativität verschmutzen wollen. Kritik an der Konkurrenz ist kontraproduktiv. Bedenken Sie, dass es 1. sehr schwierig ist, Leuten, die sich beschweren, zuzuhören, und 2. wollen Sie schließlich einen positiven Eindruck hinterlassen. Dies sollte natürlich nicht mit kritischem Denken verwechselt werden, jedoch seien Sie achtsam, dass Sie nicht Frustrationen produzieren.

Eine Geschichte kann bilden, unterhalten und überzeugen, sie kann Ihnen einen Job besorgen oder dafür sorgen, dass Sie ihn verlieren. Es ist also nur zu Ihrem Vorteil, wenn Sie die Kunst des Geschichtenerzählens beherrschen. Bedienen Sie sich des Storytellings und verwenden Sie diese Methode bei Ihrer nächsten Präsentation. Wir freuen uns über Ihre Kommentare, Gedanken und Erfahrungen!

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